Die "Dritten" - grundsätzliche Informationen

 

Zahnersatz, also der Ersatz von fehlenden Zähnen ist immer dann gefragt, wenn infolge starker Zerstörung der Zahnhartsubstanz etwa durch Karies oder Spätfolgen einer nicht mehr zu behandelnden Zahnfleischerkrankung Zähne verloren gegangen sind. Aber auch generelle schwere Erkrankungen sowie Unfallfolgen können Zahnersatz notwendig machen. Dabei hat der Zahnersatz in seiner primitivsten Form bereits eine jahrtausende alte Geschichte, und bei Skelettfunden aus der vorchristlichen Zeit sind sogar bereits mittels Golddraht an den Zähnen befestigte "Ersatzzähne" gefunden worden.

Bei den "Dritten Zähne", fachmännisch Zahnersatz, gibt es verschiedene Arten:
- Die Krone: strenggenommen ist sie kein Zahnersatz, da sie lediglich einen stark zerstörten Zahn wie ein Überzug schützt und seine funktionsgerechte Form wiederherstellt. Oftmals werden auch In- und Onlays dem Zahnersatz zugerechnet, was fachlich ebenso inkorrekt ist.
- Die Brücke: ist festsitzender Zahnersatz zum Ersatz eines oder mehrerer Zähne und wird an vorher beschliffenen Nachbarzähnen dauerhaft befestigt.
- Teilprothesen: fehlen zu viele Zähne zum Ersatz durch eine Brücke oder bei stark parodontal geschädigtem Gebiß, werden die Zähne mittels herausnehmbarer Teilprothesen mit einer Metall/Kunstoffbasis ersetzt. Dabei reicht die Spanne von den komplett aus Kunststoff gefertigten Teilprothesen mit aus Draht gebogenen Halteklammern über Modellgußprothesen mit einem individuellen Metallgerüst und Klammern bis hin zum kombinierten Zahnersatz, der mittels Geschieben, Teleskopkronen, Riegeln, etc. an den noch vorhandenen Zähnen reversibel befestigt wird.
- Totalprothesen: bei völliger Zahnlosigkeit, in der Regel vollkommen auf Kunststoffbasis hergestellt.
- Eine Sonderstellung nehmen die Implantate und der Implantatgetragene Zahnersatz ein.

unversorgte Zahnlücke Fehlende Zähne werden vielfach, besonders im sichtbaren Bereich, als kosmetisch oder die Lautbildung störend empfunden. Dabei wird aber außer Acht gelassen, daß die Hauptaufgabe des Zahnersatzes nicht die rein kosmetische Wiederherstellung der Zähne ist, sondern vielmehr die Funktion unseres Kauorgans wiederherstellen soll, um eine sachgerechte Zerkleinerung der Nahrung und damit verbundene Vermischung und Andauung mit Speichel zu gewährleisten. Außerdem zieht jede Zahnlücke unweigerlich Veränderungen am Restgebiß nach sich: es kommt zu Verschiebungen, Kippung der Nachbarzähne in die entstandene Lücke sowie einer Überbelastung der restlichen Zähne, die die Aufgabe der fehlenden Zähne mittragen müssen. Außerdem büßt man durch den Verlust gerade eines Backenzahnes einen wichtigen Teil des Kauzentrums ein. Denn fehlt ein Zahn im Unterkiefer, ist der Gegenzahn im Oberkiefer zumindest zum Zerkauen der Nahrung ebenfalls nicht mehr zu gebrauchen.

Zahnersatz in seiner heutigen modernen Form kann Dank mundbeständiger Materialien und spezialisierter Fertigungsmethoden die natürlichen Zähne in Form und Funktion sehr gut nachahmen und somit den Verlust der eigenen Zähne sehr gut kompensieren. Ein solcher aufwendig individuell gearbeiteter Zahnersatz ist häufig sehr teuer. Zu Recht will deshalb der Betroffen lange Freude daran haben. Um das zu gewährleisten, sind einigegrundlegende Vorraussetzungen zu beachten:
- Der Kiefer und die verbleibenden Zähne, das "Fundament", muß für die Aufnahme, Halt und Abstützung des Zahnersatzes geeignet sein. Um das zu gewährleisten, ist vor der Anfertigung eine gründliche Untersuchung und Planung erforderlich.
- Die heute verwendeten mordernen Materialien und Methoden erfordern eine genaue Kenntnis und entsprechende Fertigkeiten sowohl des Zahnarztes als auch des Zahntechnikers - ein Zahnarzt ist immer nur so gut wie sein Zahntechniker es erlaubt! Eine ständige Fortbildung auf diesem Gebiet ist unerläßlich.
- Mit am wichtigsten ist die entsprechende Pflege des Zahnersatzes und der verbleibenden Zähne durch den Patienten. Auch wenn der Ersatz aus hochwertigem Material besteht und als mundbeständig gilt, muß er wie auch das Restgebiß besonders gründlich gepflegt werden, da neben der Belastung durch den natürlichen Kauakt nun auch noch die zusätzliche Arbeit für die "Dritten Zähne" übernommen werden muß. (s. auch Artikel in Ausgabe 6/2000)

Trotz heutiger moderner Technik kann ein noch so gut geplanter und gearbeiteter Zahnersatz aber niemals den natürlichen Zähnen ebenbürtig sein. Deshalb wird Ihr Zahnarzt immer versuchen, es gar nicht erst zum Verlust von Zähnen kommen lassen. Aber auch hier gilt wie bei der Zusammenarbeit Zahnarzt/Zahntechniker: der Zahnarzt kann nur so gut arbeiten, wie der Patient es zuläßt und ihn durch aktive Mitarbeit, d.h. adäquate Mundpflege, unterstützt. Daß es gerade an letzterem noch immer mangelt, beweist die Zahl von allein in Deutschland jährlich beschliffenen 7 Millionen Zähnen zur Aufnahme von Zahnersatz.

Obwohl natürlich für die Anfertigung jeglichen Zahnersatzes je nach Art und Patient individuelle Voraussetzungen zu erfüllen sind, gibt es einige grundlegende Vorgehensweisen bei der Versorgung mit Zahnersatz:

Am Anfang steht die gewissenhafte Diagnostik, bei der mittels aufwendiger Untersuchung und Röntgenbildern der Zustand des Restgebisses genauestens überprüft werden muß. Denn nicht jeder Kiefer ist auch für jede Art von Zahnersatz geeignet. Nur so kann sichergestellt werden, daß nicht schon nach weniger Monaten Mißerfolge zu verzeichnen sind, weil das Fundament nicht ausreichend gesund war. Unter Einbeziehung von Kiefermodellen kann dann eine entsprechende Planung für den Zahnersatz erstellt werden. Dabei ist auch die Motivation und Fähigkeit des Patienten zur Mundhygiene ein wichtiges Kriterium, damit der Zahnersatz nicht vergeudete Mühe, Zeit und Geld bedeutet. Wer auf seine eigenen Zähne nicht viel Wert legt, wird sich bei deren Verlust auch mit einer einfachen (und dazu noch preiswerteren) Kunststoff-Teilprothese oder Vollprothese anfreunden können. Der Zahnarzt muß in Zusammenarbeit mit seinem Zahntechniker die Konstruktion des Zahnersatzes sorgfältig unter biologischen, statischen und werkstoffkundlichen Aspekten planen.

beschliffene Zähne Wenn auch für den Patienten der ästhetische Aspekt an erster Stelle steht, muß der Zahnarzt vor allem die funktionell harmonische Einfügung des Zahnersatzes in den Kiefer beachten. Zu stark zerstörte Zähe oder solche mit unsicherer Zukunftsprognose werden in der Regel vor Anfertigung eines hochwertigen Zahnersatzes entfernt. Dabei läßt man normalerweise die Extraktionswunden vor der Anfertigung des endgültigen Ersatzes ausreichend abheilen. Am Ende steht die tägliche Pflege und Wartung des Zahnersatzes, der mindestens so gut gepflegt sein will wie die eigenen Zähne. Denn in der Regel sind nicht die verwendeten Materialien des Zahnersatzes die Schwachstellen, sondern die Kontaktflächen zu den Geweben in der Mundhöhle, besonders der Zahnfleischrand. Deshalb ist gleich zu Anfang das Erlernen der richtigen Pflege elementar. In regelmäßigen Abständen muß der Zahnersatz außerdem vom Zahnarzt kontrolliert werden, wie auch der beste Mercedes von Zeit zu Zeit nachgesehen und in die Werkstatt gebracht werden muß. Denn, um es ganz deutlich auszusprechen: Zahnersatz ist teuer! - und das gleich aus mehreren Gründen:

Kombinationsprothese Jede Anfertigung ist Maßarbeit - ein einmal für einen Patienten angefertigter Ersatz paßt auch nur für diesen Patienten. Evtl. konfektionierte Teile, die kostengünstig in großer Stückzahl hergestellt werden können, finden normalerweise nur bei der provisorischen Versorgung Anwendung.

Die verwendeten Materialien müssen mundbeständig und biologisch möglichst neutral sein - Einsparungen auf diesem Gebiet haben sich auf Dauer noch nie gerechnet - auch wenn manche Kostenträger ihren Anspruchsberechtigten etwas anderes einreden wollen.

Je aufwendiger ein Zahnersatz gestaltet ist, desto höher sind die Labor- und Materialkosten, die 70% und mehr des Gesamtpreises ausmachen können.

Für die Herstellung eines einzigen Zahnersatzes sind mehrere hochqualifizierte Personen notwendig, angefangen bei Zahnarzt und Helferin bis hin zu den Technikern im Zahnlaboratorium, die entsprechend ihrer Spezialisierung die einzelnen Fertigungsschritte des Zahnersatzes anfertigen.

Abgesehen von den Kunststoffteilprothesen und Totalprothesen ergibt sich bei der Anfertigung von Zahnersatz schematisch folgende Vorgehensweise:

Der oder die zu beschleifenden Zähne sowie das umgebende Gewebe werden mittels einer örtlichen Betäubung schmerzunempfindlich gemacht. Denn zum einen ist präzises Arbeiten nur am entspannten Patienten möglich, zum anderen vermindert die örtliche Betäubung auch die Blutzirkulation im betreffenden Gebiet, was den späteren Abdruck erleichtert.

Einzelkrone Von den Abdrücken dient einer dem zahntechnischen Labor als Grundlage für die Anfertigung des Zahnersatzes, wobei der andere den "Gegenbiß" darstellt und wichtig für die richtige Kauflächengestaltung des Ersatzes ist, damit man hinterher auch richtig "zubeißen" kann. Oftmals wird auch noch ein Bißregistrat aus Wachs oder Silikon hergestellt, um die richtige Zuordnung von Ober- und Unterkiefermodell zu gewährleisten. Außerdem wird die Farbe der zu ersetzenden Zähne anhand des Restgebisses ausgesucht und ggf. für den Techniker ein Foto von den Zähnen des Patienten gemacht, den dieser ja normalerweise nicht persönlich zu Gesicht bekommt. Denn Zahnersatz soll nicht schön sondern unauffällig aussehen und sich von den eigenen Zähnen bei oberflächlicher Betrachtung nicht unterscheiden lassen. Die eigentliche Präparation des Zahnes geschieht mit hochtourig laufenden Diamant- oder Hartmetallbohrern, wobei dem Zahnstumpf eine leicht kegelförmige Form gegeben wird. Alle unter sich gehenden Bereiche werden dabei entfernt, um das Aufsetzen einer Krone zu ermöglichen. Sehr stark zerstörte Zähne müssen deshalb vorher durch entsprechende Aufbaufüllungen rekonstruiert werden. Bei größeren Arbeiten sind ein bis mehrere Anproben notwendig vor der endgültigen Fertigstellung des Zahnersatzes. Dabei werden die in Wachs aufgestellten Zähne oder die im Rohkeramikbrand gefertigten Kronen oder Brücken auf ihren Sitz im Munde sowie das kosmetische Erscheinungsbild hin geprüft. Änderungen der Farbe oder Zahnstellungen können so problemlos noch vorgenommen werden. Vor dem endgültigen Zementieren wird der fertige Zahnersatz erst einmal für ein bis zwei Wochen provisorisch befestigt. Bei kleineren Arbeiten wie Einzelkronen kann auf diesen Schritt auch verzichtet werden. Erst dann wird die fertige Arbeit endgültig zementiert und der Zusammenbiß ggf. noch einmal fein nachgeschliffen, um ein genaues Zubeißen von Ober- und Unterkiefer zu erreichen.

Mit dem Einsetzen des fertigen Zahnersatzes beginnt die sogenannte Eingewöhnungsphase an den Ersatz. Besonders wenn es der erste Zahnersatz ist, den Sie bekommen und Sie glauben, sich daran nie im Leben gewöhnen zu können, sollten Sie die nötige Geduld aufbringen und immer daran denken, dass es vor Ihnen schon Millionen anderer Menschen ganz genauso ergangen ist. Zahnarzt und Zahntechniker haben zwar mit Ihrer Arbeit die besten Vorraussetzungen geliefert, die Eingewöhnung aber, das "Einbeißen" des neuen Ersatzes, können nur Sie ganz allein bewerkstelligen.

Vollkeramikkrone Besonders bei herausnehmbarem Ersatz mit großem Kunststoffanteil, der großflächig auf der Schleimhaut aufliegt, sogenannter schleimhautgetragener Zahnersatz, sind Reizungen und Druckstellen in den ersten Tagen fast nicht auszuschließen. D a die Schleimhaut sich erst an die neue Druckbelastung beim Kauen gewöhnen muß, dauert es einige Zeit, bis sie dementsprechend "robuster" und unempfindlicher wird. Kleinere Rötungen können mit Mundspüllösungen und schmerzstillende Salben oder einfach nur Kamille gelindert werden. Bei regelrechten Druckstellen, die sehr schmerzhaft sein können, muß der Zahnersatz an diesen Stellen nachbearbeitet werden. Wichtig ist aber, den Zahnersatz bis zum nächsten Zahnarztbesuch nicht zu lange aus dem Mund zu nehmen, denn nur Druckstellen, die man sieht, kann man auch gezielt entfernen.

Die neuen Zähne werden am Anfang wie Fremdkörper empfunden und verursachen manchmal vermehrten Speichelfluß oder sogar Würgereiz, was sich aber nach den ersten Tagen von alleine legt. Auch die Aussprache kann manchmal verändert und erschwert sein. Hier hilft lautes "sich selbst" Vorlesen und verkürzt die Eingewöhnung enorm.

Gerade bei Totalprothesen funktioniert das Abbeißen nicht mehr so gut wie mit den eigenen Zähnen. Üben Sie mit kleinen Bissen, bis die Muskulatur von Wangen und Zunge "gelernt" hat, die Prothese sicher zu stabilisieren.

Modellgußprothese Bei kombiniertem Zahnersatz, also Ersatz, der mittels Klammern, Geschieben oder Teleskopkronen am Restgebiß herausnehmbar befestigt ist, ist das Einsetzen und Herausnehmen am Anfang oft nicht leicht weil ungewohnt. Üben Sie alleine vor dem Spiegel, wie es der Zahnarzt Ihnen gezeigt hat. Achten Sie darauf, den Zahnersatz dabei nicht zu verkanten, was nicht nur schmerzhaft sein, sonder den filigranen Ersatz auch beschädigen kann. Nach einer Weile werden Sie sich die Technik des Ein- und Ausgliedern wie selbstverständlich einprägen und keinen Spiegel mehr brauchen. Bei diesem kombinierten Zahnersatz können die Verbindungselemente mit der Zeit mehr Spiel bekommen, so dass die Prothese nicht mehr so fest sitzt wie am Anfang. Ihr Zahnarzt kann mit dem geeigneten Werkzeug in der Regel in kurzer Zeit die Prothese nachjustieren. Werkzeug aus dem Baumarkt in Eigenregie benutzt, richtet dagegen meist nicht mehr zu reparierende Schäden an der empfindlichen Präzisionsarbeit an.

Im Laufe der Zeit verändert sich auch der Kiefer unter schleimhautgetragenem Zahnersatz, und dass so langsam und kontinuierlich, dass man es erst wahrnimmt, wenn der Ersatz irgendwie nicht mehr "richtig sitzt" oder Speisereste sich ständig zischen Schleimhaut und Prothese festsetzen. Spätestens dann muß die Unterseite des Zahnersatzes unterfüttert werden, um seine Funktion beim Sprechen und Kauen wiederherzustellen . Denn abgesehen von den Unannehmlichkeiten eines schlecht sitzenden Ersatzes beschleunigt eine wackelnde Prothese auch den Abbau des Kiefers, der immer flacher wird und damit einen festen Sitz der Prothese immer schwerer macht.

Mit der Übergabe des Zahnersatzes beginnt aber noch ein anderes Stück Eigenverantwortung des Patienten. Denn der so aufwendig hergestellte Ersatz will auch sorgfältig behandelt und gepflegt werden und genau wie die eigenen Zähne zwei- bis dreimal am Tag ggf. außerhalb des Mundes gründlich gereinigt werden. Auch auf der Prothesenoberflächen könnnen sich nämlich Plaque und Bakterien festsetzen und Entzündungen und Mundgeruch hervorrufen. Herausnehmbarer Ersatz sollte mit einer normalen Zahnbürste oder speziellen Prothesenbürsten und einem Tropfen Spülmittel oder auch Kernseife gebürstet werden. Die Reinigung sollte über dem mit Wasser gefüllten Waschbecken stattfinden, damit beim versehentlichen Fallenlassen des Ersatzes dieser nicht hart aufschlägt und verbiegt oder zerbricht. Zahnpasta enthält in der Regel Abrasivkörper, die die Oberfläche der polierten Prothese angreift und im Laufe der Zeit alles "wegschmirgelt". Die speziellen Sprudeltabletten zur Prothesenreinigung haben zusätzlich auch einen antibakteriellen Effekt durch ihre Freisetzung von aktivem Sauerstoff. Die moderneren überziehen die Prothesenoberfläche zudem mit einer hauchfeinen Silikonschicht, die das Anlagern von Plaque erschwert. Zu oft verwendet, führen sie allerdings auch zu einer ungewollten Bleichung des Zahnersatzes, so dass man am besten eine Kombination von mechanischer und ab und zu chemischer Reinigung verwendet. Starke Kalk- und Zahnsteinablagerungen kann man auch schon mal durch ein bis zwei Stunden Einlegen in verdünnten Essig beseitigen.

Totalprothesen Wenn möglich sollte Zahnersatz auch Nachts getragen werden, weil nur dadurch die Abstützung beider Kiefer besonders bei Totalprothesen gegeben ist. Auf jeden Fall muß die Prothese gut gereinigt werden, weil sich gerade in der Nacht in der warmen Mundhöhle Bakterien unter einer schmutzigen Prothese sprunghaft vermehren können. Das gilt auch, wenn der Ersatz einmal "getrennt" von Ihnen übernachten sollte. Dabei werden Prothesen gereinigt in kaltem Wasser gelagert, damit der Kunststoff nicht austrocknet und spröde wird oder schrumpft. Ist aufgrund von Krankheit oder anderen Gründen ein dauerndes Tragen des Ersatzes nicht möglich, sollte er zumindest einmal täglich einige Zeit getragen werden, damit Kiefer und die Stellung der Restzähne sich nicht verändern. Anderenfalls kann durch Zahnwanderungen, -kippung und -drehung nach einiger Zeit auch durch zahnärztliche Maßnahmen der Ersatz nicht mehr passend gemacht werden.

Wenn Sie beginnen, den Zahnersatz als einen neuen Teil Ihrer selbst zu sehen und ihn dementsprechend behandeln, wird er Ihnen auf viele Jahre treue Dienste leisten und sie fast vergessen lassen, dass es nicht mehr "die Eigenen" sind.

 


Michael Linneweber